Bewertung: 7/9

We all like to think that we are in the driver’s seat of our own lives. But the truth is, the idea that we can control our fate is an illusion. You can choose the most loyal friends, the dream job, the truest love. But at the end of the day, our fate is decided for us. All we can do is hope we have the strength to cope with the hand she deals us.

„What did you expect? I give up everything without a fight just because you decided Nate was the future of this family?“

Armer Nate. Da hat er sich endlich von seiner Familie gelöst und schon stellt sich heraus, dass sein Großvater erneut von Anfang an alle Fäden in der Hand hielt. Also ist Nate immer noch nicht unabhängig und hat seine Arbeit nur durch seinen Großvater erhalten. Dennoch wird mehrfach betont, dass sich Nate in diesem von ihm geschriebenen Editorial gut geschlagen hat. Möglicherweise ist Journalismus doch sein Ding, sobald sich Herr van der Bilt zurückzieht und Nate endlich mal seinen eigenen Weg gehen kann.

Trip hatte auch in dieser Folge wieder einen Auftritt und spielte sogar die Schlüsselfigur, weil er Nate die Wahrheit über den Patriarchen William van der Bilt sagte. Außerdem lassen seine Aussagen vermuten, dass wir ihn in nächster Zukunft öfter zu Gesicht bekommen und möglicherweise seinen Wahlkampf mitverfolgen. Es spricht für die neuerdings verbesserte Qualität der Serie, alte Charaktere wieder logisch in neue Entwicklungslinien einzubauen.

Erfreut können wir auch sein, dass Nate schon Pi mal Daumen 1,5 Folgen lang keine Frau mehr hatte. Stattdessen beweist er sich loyal Trip gegenüber und ignoriert auch alle vermeintlichen Verleudmungen über Charlie, als Max versucht, ihn auf seine Seite zu ziehen. Vielleicht bekommt der in Sachen Charakterentwicklung über Staffeln hinweg stark vernachlässigte Chace Crawford doch mal eine Chance, etwas interessante Geschichten zu spielen und seine bisher leider immer noch recht dürftige Schauspielfähigkeiten auszubauen.

„It’s me. I’m the fraud.“

Charlie ist zwar inzwischen ein bißchen sympathischer geworden (vielleicht ist es auch einfach nur die Gewöhnung nach sovielen Folgen?), aber es waren wieder definitiv zuviele Szenen mit ihr. Braucht man denn wirklich einen Ball, um sie der New Yorker High Society vorzustellen? Natürlich lässt sich keiner an der Upper East Side die Gelegenheit, eine Party zu veranstalten, nehmen, aber wirklich sinnvoll war diese nicht. Wenigstens das Ende der Folge verspricht Spannendes für die Zukunft: Die Katze ist aus dem Sack! Und es war sogar Ivy selbst, die sich ein Herz fasste und gestand. Dass der Zeitpunkt höchst ungeschickt gewählt war, sollte nebenbei auch erwähnt werden. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass ihr Ex-Freund Max sie unter Druck gesetzt hatte und sie somit der Erpressung umging. Also, Max ist hoffentlich bald wieder weg, denn während er am Anfang bei der Einführung seines Charakters noch nett wirkte, entwickelte er sich zu schnell und in meinen Augen auch unpassenderweise zu dem typischen manipulativen (Wannabe-)New Yorker, wie wir schon genug in der Serie haben.

Wie es mit Charlie weitergeht, bleibt abzuwarten. Zumindest ist diese Storyline in Fahrt gekommen. Ob Lily und ihre Familie ihr (und Carol!) diesen Betrug verzeihen und sie trotzdem adoptieren? Wohl kaum.

„You don’t think it would matter that my baby is another man’s child?“ – „It wouldn’t to me.“

Wie schon in vergangenen Folgen sind alle Szenen, in denen Dan mit seinen absoluten Gegenparts, entweder Chuck oder Blair, zu sehen ist, einfach Gold wert! Obwohl ich eigentlich definitiv für das Pairing Blair mit Chuck bin, haben Leighton Meester und Penn Badgley mit seinen großen, traurigen Augen eine fast schon physisch greifbare Chemie. Am liebsten hätte ich dem Fernseher zugerufen: „Sag’s ihr doch endlich!“, aber im Endeffekt hat sich Dan dagegen entschieden und somit doch die Mehrheit der Gossip Girl-Fans durch das Zusammenbringen von Blair und Chuck befriedigt. Diesen Teil der Folge hätte man sich aber sparen können. Ein ernsthaft in Blair verliebter Mann wählt ganz selbstlos, in den Hintergrund zu treten, um die für sie augenscheinlich bessere Wahl gewinnen zu lassen kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder? Ach ja, genau das hat Chuck mit Louis die ganze Zeit gemacht! Langweilig! Da haben wir eine ganz ähnliche Situation innerhalb von wenigen Folgen erneut vorgekaut bekommen. Trotzdem waren die Szenen davor mit Blair im Brooklyner Loft wirklich Gold wert und Dan hat definitiv wieder Pluspunkte gesammelt.

Schön ist auch, dass die ganze Geschichte rund um „Inside“ wieder aufgenommen wurde. Nicht nur, weil das Buch bisher immer für interessante und amüsante Szenen gesorgt hatte, sondern weil die Serie somit auch ein bißchen auf die Langlebigkeit ihrer Storylines setzt, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

„I couldn’t tell Louis that he would never lose me because it wasn’t true. You are the one I never wanna leave.“

Blair und Chuck. Surprise, surprise.

Um ihr großes Comeback ernstlich glaubhaft rüberzubringen gab es von Seiten Chucks leider eine Abfuhr zuviel. Das ist immer noch typisch Gossip Girl: Sie müssen es einfach übertreiben. Es war schlicht und ergreifend eine Wende zuviel. Das Telephongespräch der beiden samt Chucks Rat, sie solle beim Vater ihres Kindes bleiben, haut den Zuschauer zwar noch von der Couch, aber dann bringt ausgerechnet Dan Chuck und Blair wieder zusammen und das gefühlte zwei Minuten, nach dem Chuck erneut selbstlos gehandelt hat. Das heißt, hätte Dan die beiden nicht zusammen geführt, hätte Chuck sich auch passiv zurück gezogen oder wie? Zu Gute halten muss man ihm allerdings, dass er in Dans Appartment war, um mit Blair zu reden. Trotzdem ist dieser Part der Handlung leider nicht ganz stimmig und zufriedenstellend gelöst worden.

Ist eigentlich sonst noch jemandem aufgefallen, wie absolut unschwanger Leighton Meester wirkt? Jedes Mal, wenn sie sich in ihren weiten Klamotten über den Bauch streicht, scheint er nach wie vor genauso flach zu sein wie vorher.

Das Ende war leider absolut klischeegeladen bis zum geht nicht mehr. Eine Limo, die von Paparazzi verfolgt wird, ein Autounfall, Leben oder Tod? Lady Di lässt grüßen. Mir tun schon die Augäpfel weh vor lauter Augen rollen. Mit einem Unfall und dem Verlust von Blairs Baby habe ich schon lange gerechnet, denn mal ehrlich, wer kann sich die Serie schon ernsthaft mit Blairs (und noch viel schlimmer Louis!) Kind vorstellen? Aber den Unfall hätte man auch wirklich etwas weniger pathetisch und groschenromanmäßig inszenieren können. Offen bleibt, was mit dem Baby und Chuck ist. Wenn die Serie „Vampire Diaries“ und nicht „Gossip Girl“ hieße, würde ich fast um das Wohlergehen von Chuck fürchten. Aber die Autoren werden sich wohl hoffentlich kaum trauen, den so ziemlich beliebtesten Charakter sterben zu lassen… oder?

Und der Rest

Serena hilft Louis, Blair zu finden, angeblich um ihr zu helfen, offensichtlich aber aus Eifersucht. Was ist da los mit Serena? Werden etwa wieder alte Gefühle für Dan dank alten Gossip Girl-News erweckt? Muss es schon wieder Boydrama sein (mit dem Vorwand, kein Drama mehr zu wollen)? Auch wenn sie am Ende ganz freundlich zu Dan war, sah man in dieser Folge wieder die ewig egoistische Nerv-Serena. Bitte, bitte, kein 100. Anlauf mit Dan! Wenn Dan nach kürzester Zeit mit Serena zusammen kommen sollte, würde das rückblickend allen Szenen mit ihm und Blair die Bedeutung nehmen.

Kurz erwähnt werden muss noch die schöne Szene zwischen Lily und Chuck, in der Lily Chuck erneut versichert, dass sie ihn wie einen eigenen Sohn liebt. Sollte ihm also wirklich was zustoßen wäre dies umso tragischer.

Und ganz kurz tritt am Ende noch Diana auf. Es scheint ja nicht mal die Hälfte ihres Geheimnisses gelüftet zu sein. Was hatte es mit dem verbrannten Photo einige Episoden zuvor auf sich? Mit etwas Glück können wir auf eine spannende Auflösung hoffen.

Fazit

Eine ziemlich rasantes Midseason-Finale mit tollen Blar/Dan wie Blair/Chuck-Szenen und der Hoffnung, Charlie und Max bald los zu sein, wird etwas getrübt durch etwas erzwungene neu erwachte Gefühle bezüglich Dan von Seiten Serenas und ein, zwei Wenden zu viel was Chuck und Blair betrifft. Die Art, wie der Autocrash geschah, ist leider der absolute Gipfel der Lächerlichtkeit. Dennoch gibt es Hoffnung für eine spannende zweite Hälfte der 5. Staffel. Wird Chuck überleben? Sind wir Louis endlich, endlich dauerhaft los? Was ist mit Dianas Geheimnis? Und ist das Ende von Gossip Girl etwa nahe?

Ursprünglich geschrieben für und veröffentlicht auf myFanbase.de

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