Jugendbücher

Stephen Chbosky – Vielleicht lieber morgen (1999)

Um das Jahr 2000 herum, als MTV (zumindest in unseren Augen) noch cool war, brachte der Musiksender eine Reihe mit Jugendbüchern von verschiedenen Autoren heraus. Den Auftakt machte „Vielleicht lieber morgen“, ein Roman von Stephen Chbosky, der 2011 unter dem Titel „Das also ist mein Leben“ erneut auf den Markt kam.

Der in Briefform verfasste Roman, der bis dato übrigens der einzige von Chbosky ist, schildert das erste Jahr auf der High School von Charlie. Charlie berichtet von den Erfahrungen, die man in dem Alter macht: das erste Mal verliebt sein, Alkohol trinken, Sex, aber auch Themen wie Missbrauch werden angeschnitten. Das alles ist zwar nichts Außergewöhnliches, aber dank Chboskys einfühlsamer Sprache und den glaubhaften Charakteren trifft er wie ein zweiter „Fänger im Roggen“ den Nerv der Jugendlichen. Kleiner Tipp: Den Roman- und Musikempfehlungen in dem Roman sollte man unbedingt folgen!

Auch der zweite Teil der MTV-Reihe, „Hundewiese“ von Arthur Neresian, ist ein wunderbar lesenswerter Roman, auch wenn ein ganz anderer, weniger melancholischer Ton angeschlagen wird.

Gudrun Pausewang – Die letzten Kinder von Schewenborn (1983)

Der kalte Krieg machte in den 1980ern auch vor dem Genre der Kinderbücher nicht Halt. Gudrun Pausewang war in der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv und verarbeitete diese Themen wie auch den Nationalsozialismus in mehreren Jugendromanen.

„Die letzten Kinder von Schewenborn“ handelt von dem jungen Robert, der mit seinen zwei Schwestern und den Eltern seine Großeltern besuchen fährt. Noch bevor sie in Schewenborn ankommen, wird die Familie Zeuge einer großen Explosion, vermutlich von einer Atombombe. Alle Städte und Dörfer sind zerstört, viele Menschen tot, die Infrastruktur zusammengebrochen. Robert und seine Familie versuchen, sich mit der Situation zu arrangieren und anderen Überlebenden zu helfen. Der Roman begleitet sie über mehrere Jahre hinweg und berichtet von Epidemien, Hungersnot und Strahlenkrankheit, während nach und nach die letzten Bewohner Schewenborns versterben.

Pausewangs drastische Schilderung lässt viele Fragen offen, so ist zum Beispiel unklar, wie groß die Zerstörung wirklich ist. Das macht den kurzen Roman aber nicht weniger gruselig. Allzu jungen Kindern sollte man „Die letzten Kinder“ definitiv nicht in die Hand drücken. Auch wenn das Thema einen gewissen Zeitgeist geschuldet ist, ist es heutzutage immer noch erschreckend aktuell.

Katherine Applegate – Boyz ‘n‘ Girls (ab 1994)

Zugegeben, den Literaturnobelpreis wird Katherine Applegate für ihr Werk nicht bekommen. Mit ihren Bücherserien trifft sie aber den Nerv vieler Jugendlicher. Applegate, die sonst eher durch Fantasyreihen wie „Animorphs“ oder „Everworld“ bekannt ist, veröffentlichte ab 1994 die Serie „Boyfriends/Girlfriends“, die später als “Making Out“ und in Deutschland ab 1997 als „Boyz ‘n‘ Girls“ vertrieben wurde.

Applegate beschreibt darin das Leben einiger Jugendlicher, die auf der kleinen Insel Chatham Island an der Küste vor Maine aufwachsen. Die Serie beginnt damit, dass Lucas nach zwei Jahren in Jugendhaft zurückkommt – er soll bei dem Autounfall, den Jakes Bruder das Leben kostete, am Steuer gesessen haben. Doch ist Lucas wirklich gefahren? Ausgerechnet Zoey, die zusammen mit Jake das Traumpaar schlechthin bildet, verliebt sich in Lucas.

In der 28teiligen Bücherserie (wobei nur die ersten acht aus Applegates Feder stammten und die restlichen zwanzig Romane von einem Ghostwriter verfasst wurden) werden viele schwierige Themen wie Alkoholismus, Kindesmissbrauch, Drogen und Scheidung angesprochen. Trotzdem kommen sowohl romantische Momente zum Mitfiebern als auch der Sprachwitz nicht zu kurz, was auch den damaligen Erfolg der Reihe erklärt.

In den USA wird „Boyz ‘n‘ Girls“ ab diesem Jahr als „The Islanders“ wieder aufgelegt. Im April erscheinen die ersten vier Bände im Doppelpack.

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