Wahlurnen

Einen eher laxen Umgang mit der Demokratie scheint die Partido Popular Ibizas zu pflegen: Die konservative Partei reichte einen Antrag ein, alle Wahlurnen in der Gegend Cala de Bou entfernen zu lassen. In dieser Zone gewinnt für gewöhnlich die PSOE – bei den Europawahlen vergangenes Jahr bekamen die Sozialdemokraten sogar die doppelte Anzahl an Stimmen.

Der Parteisprecher der PSOE in der betroffenen Gemeinde, Josep Marí Ribas, „Agustinet“, bezeichnete das Gesuch der PP als einen „Putschversuch“ und als „Anschlag auf die Demokratie“, da das einzige Ziel sei, „die Anwohner zu verunsichern, um sie daran zu hindern, ihr Grundrecht auszuüben.“

Durch den Standortwechsel sind die 8.000 Bewohner gezwungen, fünf Kilometer von Cala de Bou entfernt im Colegio de Es Vedrá in San Agustín wählen zu gehen. Die Bürgermeisterin Neus Marí von der Partido Popular stufte die Beschwerde der Sozialdemokraten als „infantil“ ein und versicherte, dass der Antrag darauf abziele, den Menschen den Gang zu den Wahlurnen zu erleichtern.

Der unabhängige Wahlausschuss Junta Electoral de les Illes Balears klassifizierte die Gründe für den Umzug der Urnen als angemessen. Marí zeigte sich zufrieden mit dieser Entscheidung: „Wir sind davon überzeugt, dass der durch Platzmangel bedingte Wechsel notwendig ist und die Schule Es Vedrá den beste Ort zum Wählen darstellt, da sie alle Bedingungen erfüllt und zehn Wahltische beherbergen kann. Wir haben ebenfalls darauf geachtet, dass die Distanz von fünf Kilometern nicht überschritten wird. Die Kommentare von ‚Agustinet‘, dass dies ein ‚antidemokratisches Verhalten‘ sei, hat der Wahlausschuss durch seinen Beschluss ja beantwortet.“

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