Frau Rauscher 

Am Wochenende spielt die Eintracht gegen die Hertha. Zu dem Anlass haben wir uns in der Hauptstadt umgeschaut: Wo bekommen die Exil-Frankfurter in Berlin Schoppen und Grüne Soße her? In der Wirtschaft Frau Rauscher wurden wir fündig.

Am 27. September empfängt die Eintracht Hertha BSC Berlin. Auch wenn es sich bei diesem Spieltag um ein Heimspiel handelt, haben wir uns gefragt, wo man in Berlin am besten Eintracht-Spiele, ohne Konferenzschaltung aber dafür in guter Gesellschaft, gucken kann. Klare Antwort: im Frau Rauscher. Nach zweifachem Umzug, erst von Friedrichshain nach Kreuzberg und jetzt auf den Prenzlauer Berg, hat die Gaststätte ihr endgültiges Zuhause gefunden. In der Wichertstraße kommen Grie Soßʼ, Handkäsʼ und Ebbelwoi auf den Tisch. „Frankfurter gibt es hier viele, sogar aus Potsdam und ganz Brandenburg reisen sie extra für einen Schoppen an“, erzählt Stefan Neubecker stolz. Der Besitzer bewirtet in seinem Lokal aber nicht nur Exil-Frankfurter, sondern auch eingefleischte Berliner, bei denen die hessische Küche gut ankommt.

Stefan Neubecker ist kein Unbekannter in der Frankfurter Gastronomieszene. In den 1980ern betrieb er beispielsweise das Offline, in dem später das Manolya ein Zuhause fand. Als er im Jahre 2000 seine Heimat aufgab und eine Wohnung in Berlin fand, fehlte ihm „auch hier mal einen Schoppen trinken“ und bei Spielen der Eintracht mitfiebern zu können. Also nahm er die Sache selbst in die Hand und eröffnete zusammen mit seinem Bruder Thorsten 2010 das Frau Rauscher. „Auch die Berliner mögen Apfelwein, den sie gewöhnlich pur oder sauergespritzt trinken, während die Hessen erstaunlicherweise zu Süßgespritzten tendieren.“

Neben Apfelwein und Grüner Soße stehen auch Frankfurter Schnitzel, Rippchen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree auf der Karte, sogar Mispelchen gibt es hier. Eine wechselnde Abendkarte und der Mittagstisch vervollständigen das kulinarische Angebot von Frau Rauscher. Eigenen Angaben zufolge bezieht Neubecker die Kräuter für das Frankfurter Nationalgericht übrigens aus Oberrad. „Einen Tag nach der Ernte sind die sieben Kräuter bereits bei uns.“ Die Soßʼ macht er selbst, wie auch der Handkäsʼ vor Ort eingelegt und das Rippchen hier gepökelt werden.

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