Kaffee in FFM

Laut Statistiken trinken die Deutschen im Jahr durchschnittlich ein Drittel mehr Kaffee als Bier. Und es benötigt keiner Statistik, sondern lediglich einem kleinen Spaziergang, um zu sehen, dass es in Frankfurt an jeder Ecke Restaurants, Cafés, Kneipen und Mischkonzepte wie Ladengeschäft mit Kaffeebetrieb gibt. Bleibt die Frage: Wohin gehen? In diesem Artikel findet ihr zehn Anregungen für gemütliche Locations, bei denen das Gesamtkonzept, also nicht nur der Kaffee, sondern auch das Café, stimmt. Diese Liste ist natürlich subjektiv (und reihenfolgenfrei!). Da sich die Vorschläge in den „üblichen“ Vierteln befinden, freuen wir uns über eure Cafétipps in den Kommentaren in Vierteln fern des Nordends und Konsorten.

Café Filmriss, Adlerflychtstraße 6, Nordend, malsehnkino.de

 

Es gibt gleich zwei Gründe, um die Adlerflychtstraße 6 aufzusuchen: Hier liegen das Mal Seh’n Kino und das dazugehörige Café Filmriss, quasi ein kleiner Geheimtipp. Das Mal Seh’n gehört zu der überschaubaren Anzahl an Programmkinos in Frankfurt. Anders aber als die Harmonie oder das Orfeo’s Erben zeigt das Kino, das es schon seit über dreißig Jahren gibt, wahre Nischenfilme, und diese sogar in Originalfassung mit Untertiteln. Das Filmriss ist eine Kneipe, die das Prädikat „urig“ wahrlich verdient. Die Einrichtung ist aus dunklem Holz, das wahrlich schon bessere Tage gesehen hat, während aktuelle Filmplakate die Wände schmücken. Hier gibt es neben Kaffee natürlich auch Wein oder Bier – und das alles zu unschlagbar günstigen Preisen. Ob mit Kinobesuch oder ohne, ein Gang ins Mal Seh’n lohnt.

Amelie’s Wohnzimmer, Affentorplatz 20, Sachsenhausen, amelies-wohnzimmer.de

Das wohl gemütlichste Café der Stadt– auch nachdem die Sofaecke weichen musste – ist Amelie’s Wohnzimmer im Herzen von Sachsenhausen. Sowohl auf der U-förmigen Terrasse als auch in dem verwinkelten und liebevoll eingerichteten Café lassen sich problemlos die Tage vertrödeln: Nicht zuletzt die vielen Bücher laden zum Bleiben und Lesen en. Auch das Essen kann sich sehen lassen. Die üppigen Frühstücke sind günstig und aus der Theke lachen die Gäste immer frischgebackene Kuchen und Süßkram an. Benannt wurde das Amelie übrigens nicht nach dem Film, sondern nach der Großmutter des Besitzers, deren Konterfei auch auf der Speisekarte zu sehen ist.

Kaffeerösterei Wissmüller, Leipziger Straße 39, Bockenheim, kaffeeroesterei-wissmueller.de

Die Leipziger Straße soll ja allmählich eine Aufwertung erfahren. Noch ist davon nicht viel zu sehen, aber nicht zuletzt durch die Nähe zum alten Campus gibt es in Bockenheim viele gemütliche Cafés – sogar auf der Leipziger. Hier geht nämlich der Innenhof der Kaffeerösterei Stern/Wissmüller ab. Ganz unverhofft sitzt man plötzlich in einer kleinen Oase, zwischen alten Röstmaschinen und dem Bockenheimer Publikum. Wirklich nett!

Luise Café & Weinbar, Rothschildallee 20, Nordend, luise-cafe.com

Vor rund zweieinhalb Jahren eröffnete die Luise in den Räumlichkeiten der ehemaligen Luisenapotheke. Das Flair der alten Apotheke ist in dieser mit viel Lebe zum Detail eingerichteten Weinbar immer noch zu spüren. Während die Luise unter der Woche nur abends geöffnet hat, gibt es Sonntag tagsüber Frühstück und Kaffee und Kuchen. Aber natürlich kann man abends statt zum Wein auch gerne zum Gorilla Kaffee greifen. Unser Titelfoto zeigt übrigens die Luise im besten Apothekenlook.

Café Kante, Kantstraße 13, Nordend, cafe-kante.de

 

Zugegeben, das Kante hat den wohl durchschnittlichsten Kaffee auf dieser Liste. Dafür ist das Kante eine – um den inflationären Begriff zu verwenden – Institution in der Frankfurter Gastronomielandschaft. Intellektuelle, Künstler und die Nachbarschaft treffen sich in dem kleinen Café im Wiener Kaffeehausstil, um ein Schwätzchen zu halten oder gemütlich die Zeitung zu lesen. Das Kante ist so beliebt, dass zum zwanzigjährigen Bestehen dieses Jahr sogar ein Buch über das Café und seine Gäste erschien.

 

Gudes, Matthias-Beltz-Platz/Friedberger Landstraße 107, Nordend, gudes-frankfurt.de

Im Winter eher für Hartgesottene, ist im Sommer der neu gestaltete Matthias-Beltz-Platz mit dem Wasserhäuschen Gudes inzwischen der Szenetreff der Jungen und Hippen geworden. Neben Kaffee gibt es immer wieder kleine Snacks, seien es Würstchen oder Crêpes. Das Konzept Wasserhäuschen meets Café ist inzwischen mehrfach in Frankfurt zu finden, das Gudes ist und bleibt aber unübertroffen.

 

Glauburg Café, Glauburgstraße 28, Nordend, glauburg-cafe.de

Das Glauburg Café hat sich zum Stammcafé der Nordender Schickeria gemausert. Zu ertragen ist das Klientel Dank der gelassenen Servicekräfte mit Frankfurter Schlappmaul, die herzlich unbeeindruckt davon sind, wen sie gerade bedienen. Sowohl die Terrasse im Sommer als auch die Sofaecke im Winter haben einen Gemütlichkeitsfaktor, der Kaffee ist gut, die Speisen frisch und Frühstück gibt’s rund um die Uhr. Was will man mehr?

 

Café Klatsch, Mainkurstraße 29, Bornheim, cafeklatsch-frankfurt.blogspot.de

 

Seit der groß angelegten Renovierung hat das Klatsch leider seinen ranzigen Charme verloren und ähnelt optisch verdächtig dem Glauburg Café, dafür hat sich die Qualität des Kaffees enorm verbessert. Außerdem ist das Klatsch in dieser ruhigen Lage und mit großer Terrasse in Bornheim absolut konkurrenzlos für alle, die dem Trubel der Berger Straße entkommen möchten.

 

Hoppenworth & Ploch, Friedberger Landstraße 86, Nordend, hoppenworth-ploch.de

Der Tipp für alle Kaffee-Nerds: In der Rösterei wird bevorzugt schwarzer Kaffee serviert, um den Geschmack nicht durch Milch und Zucker zu verfälschen (aber Cappuccino gibt’s natürlich auch!). Der Kaffee wird in einem kleinen Kännchen gebracht, Informationen und Tipps gibt es gratis dazu, außerdem werden einmal im Monat für Interessierte günstige Seminare durchgeführt. Und für die Studis gibt’s natürlich noch das erste Hoppenworth & Ploch Café bei den Katholiken auf dem Campus Westend.

 

Café Mozart, Töngesgasse 23-25, Innenstadt, cafemozart-frankfurt.de

Das Mozart gehört zu den Cafés, die es „schon immer“ gab – laut der Website seit genau 100 Jahren. Das Alter des Cafés ist auch am Stammpublikum gut zu erkennen, das man getrost auf im Durchschnitt 60+ schätzen kann. Es kommt durchaus vor, dass das Café Mozart beim Eintritt ein wenig nach, mit Verlaub, eben diesen alten Menschen riecht. Sei’s drum, die Nase gewöhnt sich ja schnell an alles! Die altertümliche Einrichtung mit roten Sesselchen und kleinen runden Tischen passt dazu und kreiert ein einzigartiges Ambiente, um der hektischen Zeil und unserer Zeit temporär zu entfliehen.

Fortsetzung folgt!

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