DSC01272Ab in die Zukunft: Mit Smartphone und Tablet lassen sich per Fingerklick Licht und Wärme im Haushalt steuern – und einen virtuellen Blick auf Oma werfen.

Laut dem Frankfurter Zukunftsinstitut nutzen bereits heutzutage 14 Prozent der Deutschen im Alter ab 14 Jahren das Smart-Home-System. Eine Umfrage des Verbands der Telekommunikationsbranche Bitkom hat diese Statistik erhoben. Im Jahr 2018 soll Prognosen zufolge die Anzahl der Haushalte, die die neue Technologie anwenden, bereits die Millionengrenze überschreiten. Die Konnektivität hält Einzug in den Alltag der deutschen Haushalte – aber worum handelt es sich dabei genau?

Die Zukunft: Smart Home

Smart Home ist eine intelligente Haussteuerung, bei der alle vernetzten Komponenten, also beispielsweise Heizkörper und Lichtquellen oder auch Kameras und Rauchmelder, nach Belieben programmierbar oder mit Smartphone und Tablet individuell regulierbar sind. Das steigert nicht nur den persönlichen Komfort, sondern senkt zugleich die Kosten: Wenn die Heizung automatisch anspringt und nicht durchgehend läuft, wird Energie effizienter genutzt. Zu den größten Smart-Home-Anbietern in Frankfurt gehört Mainova, die dieses System seit Oktober 2015 unter dem Namen „Mainova daheim“ bereitstellt. Rund 23 Prozent Einsparungen an Energiekosten hätten die Kunden seitdem, sagt Patrick Seufert, Produktmanager beim hessischen Energieversorger.

Die Installation ist dabei weder aufwändig noch teuer. Eine Steuerungsbox, die lediglich an das Stromnetz und den heimischen Router angeschlossen werden muss, dient als Mittler zwischen App und Endgerät. Die Endgeräte müssen ebenfalls nicht grunderneuert werden: Es genügt, den Regler der Heizung oder die Glühbirne auszutauschen.

Neben der Energiekontrolle beinhalten Smart-Home-Systeme von Anbietern wie der Telekom außerdem einen Einbruchschutz. Werden Bewegungssensoren oder Überwachungskameras während der Abwesenheit der Hausbewohner aktiviert, bekommt der User eine Nachricht auf sein Smartphone. Auch Rauchmelder können bei den meisten Providern integriert werden. Bei Mainova soll die Funktion „Schutz“, die den User vor Einbrüchen warnt, im Laufe des Jahres 2016 folgen.

Wie geht’s Oma?

Ein weiterer nützlicher Service hilft älteren Menschen, so lange wie möglich ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben zu führen und dabei trotzdem die Sicherheit zu haben, bei einem Unfall schnell gefunden zu werden. Anbieter wie casenio erinnern an die Medikamenteneinnahme, warnen Angehörige oder Pflegekräfte, wenn der Herd bei Oma noch in Betrieb ist, obwohl sie gerade die Wohnung verlassen hat, und haben eine integrierte Notruf-Funktion. Bei der Mainova gibt es mit der Fürsorge-Anwendung intelligente Zwischenstecker, die zwischen Buchse und Endgerät gesteckt werden. Familienangehörige werden auf dem Smartphone alarmiert, wenn in einem gewissen Zeitfenster von der älteren Verwandtschaft kein elektronischer Gegenstand benutzt wurde. Der Datenschutz wird dabei gewährleistet, denn nachzuschauen, wie oft Oma und Opa den Fernseher an- und ausschalten, ist nicht möglich.

Smart-Home-Systeme können sowohl über Funk als auch Kabel installiert werden, wobei Experte Seufert dringend zu Funk rät: „Das macht einen Bruchteil der Kosten aus, außerdem können problemlos weitere Geräte integriert oder bei einem Umzug das ganze System mitgenommen werden.“

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