Yaktee mit dem Dalai Lama

Von außen ist das in der Nähe der Leipziger Straße gelegene Lhamo Bistro so unauffällig, dass es leicht zu übersehen ist und zu unserem Erstaunen wirkt auch der verwinkelte Innenraum trotz dezenter Beleuchtung und orangefarbenen Wände etwas karg und ungemütlich. Ob’s an den dunklen Möbeln und der abgehängten Decke liegt?

Wir schreiten sofort zur Tat, also zur Getränkebestellung, und sind positiv überrascht: Der süße Mango Lassi (0,4 l zu 4 €) birgt keine großen Überraschungen, aber der im Gerippten servierte Apfel Lassi (0,25 l zu 2,40 €) wird frisch an der Theke zubereitet, wie das dezente Geräusch des Mixers verrät. Und so schmeckt er auch! Wir sind begeistert. Das versüßt uns auch die ziemlich lange Wartezeit auf unser Essen. Als Vorspeise sollen es zehn nepalesische Teigtaschen, Momos genannt, sein, die es vegetarisch, mit Schweine-, Rindfleisch oder Rind mit Bärlauch gibt (8,50 € bis 9,50 €). Wir wünschen uns einen Mix aus allem und sind positiv von der Geschmackvielfalt der handgerollten Bällchen überrascht. Kombiniert mit Sojasoße sind die Momos würzige Delikatessen, die auch als Hauptgang perfekt geeignet sind. Unsere Hauptgerichte werden in tiefen Schalen serviert: Die Ping-Tang Gemüsesuppe, die ebenfalls optional mit Fleisch oder vegetarisch (7,50 €) bestellt werden kann, überzeugt durch eine milde Würze und vor allem durch das Gemüse und die Kräuter, allesamt knackig und frisch. Allein die hausgemachten Zha-Jiang-Nudeln mit Gyathuk (7,90 €), in der Karte als eine Art Bolognese-Soße beschrieben, sind für den europäischen Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig: Die Konsistenz der dicken Nudeln ist sehr weich, fast matschig. Trotzdem sind wir zufrieden und vor allem – nach diesen reichlichen Portionen! – sehr satt.

Zum Abschluss trauen wir uns an nepalesischen Buttertee (2,50 €). Die erwähnenswert freundliche Kellnerin erklärt uns ausführlich, was es damit auf sich hat: Eigentlich aus Butter von Yaks gewonnen, ist der tibetische Tee vor allem in kalten Bergregionen sehr beliebt. Aus verständlichen Gründen wird uns der Tee nicht mit Yak- sondern Kuhmilchbutter serviert. Auch so ist es ein ungewöhnliches Erlebnis, warmen Tee aus viel Butter und Salz zu trinken. Aber mit jedem Schluck finden wir mehr Gefallen daran – wie offensichtlich auch der Dalai Lama, der unserem Tisch gegenüber hängt und ebenfalls eine Teetasse in der Hand hält.

Advertisements