Bereits seit April 2015 ist die Goethe-Card der Universität zugleich ein Kulturticket – doch welche Vorteile bringt das den Studierenden?

Für 1 Euro kann man sich eine Kugel Eis oder ein Blümchen leisten, ein kaltes Bier an der Trinkhalle, ein Cheeseburger bei McDonald’s, ein Pixi-Buch, ein Rubbellos oder gar einen Einkaufswagen. Oder aber ein Semester lang die interessantesten Museen der Stadt besuchen, immer wieder, sooft man möchte. Was fast unvorstellbar klingt, ist für die Studierenden der Goethe-Universität bereits seit dem Sommersemester 2015 möglich. Auf Initiative des AStA wurde damals aus der Goethe-Card ein Kulturticket. Das bedeutet, dass besagte 1 Euro auf den Semesterbeitrag geschlagen werden, der sich ansonsten hauptsächlich aus Gebühren für öffentliche Verkehrsmittel und Verwaltung zusammensetzt; dafür können alle städtischen Museen quasi umsonst besucht werden. „Der AStA ist mit seiner Idee bei uns auf große Begeisterung gestoßen“, sagt Ina Hartwig, die Kulturdezernentin der Stadt. „Die rund 46.000 Studierenden der Goethe-Universität kommen mit dem Kulturticket kostenlos in alle Dauer- und Sonderausstellungen der 18 teilnehmenden Museen.“

Nach einem erfolgreichen Probelauf segnete im Dezember 2016 die Stadtverordnetenversammlung das Kulturticket endgültig ab. Doch wissen die Studierenden überhaupt um ihren Vorteil? Hört man sich an der Goethe-Uni um, entsteht der Eindruck, nur wenige würden das Kulturticket nutzen. Die Kulturdezernentin ist anderer Meinung: „Der Anteil der Studierenden unter den Museumsbesuchern ist seit der Einführung des Kulturtickets stark angestiegen und zeigt das große Interesse an dem Angebot. Ich wünsche mir, dass es zukünftig von noch mehr Studierenden wahrgenommen wird.“

Ästhetische Eindrücke

Ina Hartwig freut sich sehr über die vielen kulturellen Möglichkeiten, die den Studierenden in Frankfurt geboten werden. „Ein Museumsbesuch kann eine Vertiefung und Ergänzung zum Gelernten sein, ein Ausgleich zum Unialltag, bereichernd mit neuen ästhetischen Eindrücken“, so Hartwig. „Deswegen möchte ich alle Studierenden herzlich einladen: Nutzen Sie dieses wirklich großartige Angebot und erleben Sie die kulturelle Vielfalt unserer Stadt.“

Nicht nur das Museumsufer, sondern auch die Museen in der Frankfurter City sind international von großer Bedeutung. „Die beteiligten Museen liegen mitten in der Stadt, sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen, und befinden sich fußläufig zueinander nördlich und südlich des Mains“, sagt Hartwig. Immerhin achtzehn Museen, darunter alle städtischen Ausstellungshäuser, können mit der Goethe-Card besucht werden, so zum Beispiel das Deutsche Filmmuseum, das Caricatura, das Historische Museum, alle drei Ableger des MMK Museum für Moderne Kunst und das Museum Angewandte Kunst. Doch damit nicht genug: „Das Jüdische Museum wird sich 2019 im sanierten und erweiterten Rothschildpalais mit einem neuen Ausstellungskonzept präsentieren und kann dann ebenfalls mit dem Kulturticket besucht werden.“ Mit weiteren nicht städtischen Museen wie der Schirn und dem Städel wird seitens des AStA derzeit verhandelt.

Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences geplant

Studierenden der Goethe-Universität stehen die Museen offen, für die Studenten der der University of Applied Sciences gilt das Kulturticket allerdings noch nicht. „Wir sind aber derzeit im Gespräch mit dem AStA der Frankfurt UAS  und freuen uns sehr, wenn auch hier eine Kooperation zustande kommt“, verspricht Hartwig. Dieses Angebot soll baldmöglichst auf die 14.000 Hochschüler im Nordend ausgeweitet werden.

Nicht neu, vor allem Erstis aber oft nicht bewusst, ist die Kooperation der Universität mit dem Schauspiel Frankfurt: Mit der Goethe-Card können Studierende alle Vorstellungen auf allen Rängen für nur acht Euro besuchen. Das Schauspiel am Willy-Brandt-Platz gehört zu den renommiertesten Spielhäusern Deutschlands. In der Saison 2017/18 wird Anselm Weber die Intendanz übernehmen und gemeinsam mit der Chefdramaturgin Marion Tiedtke sage und schreibe 31 Titel mit acht Uraufführungen organisieren.

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